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Pressemitteilung 25.10.2018

 

Mikropol – ein neuer Ort für die Nachbarschaft entsteht.


Rothenburgsort bekommt einen neuen Treffpunkt! Nach dem Abriss des ehemaligen Stadtteilzentrums der RothenBurg am Billhorner Röhrendamm – entsteht unweit dessen ein neuer Ort der Nachbarschaft. Ein seit Jahren ungeachtet und ungenutztes Toilettenhaus möchte eine Gruppe aus Nachbar*innen, Designer*innen und Planer*innen dafür umbauen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Unsere Idee ist ein vielfältig nutzbarer Raum, der gleichzeitig Plattform des Austauschs und alltäglicher Ort der Nachbarschaft ist“, erklärt die Gruppe. Dieser Ort soll gleichzeitig auch Ort einer gemeinsamen Stadtentwicklung werden. In einer performativen Planung will die Gruppe zusammen mit den Nachbar*innen aus Rothenburgsort das Gelände der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein entwickeln. 

 

Am Sonntag, den 7. Oktober hat eine erste öffentliche Besichtigung der ehemaligen Bedürfnisanstalt stattgefunden. Auf einem hölzernen Tisch stehen Teekannen und Gläser. Im Hintergrund läuft leise Musik. Eine Gruppe Nachbar*innen sitzt auf weißen Gartenstühlen in der Sonne. Autofahrer*innen kurbeln die Fenster runter, fragen was

hier passiert. Eine Familie die zufällig mit dem Fahrrad vorbei fährt, hält an. Schon während der Besichtigung verwandelt sich der Ort zu einem Treffpunkt. „Ein solcher Ort sei wichtig für die Vernetzung der Nachbarn im Stadtteil“, bestätigt ein Anwohner während der Begehung. Als gelernter Koch hat er direkt eine Veranstaltungsidee: Einmal im Monat könnte hier ein Nachbarschaftsdinner stattfinden, bei dem immer andere Gruppen aus

dem Stadtteil mit gespendeten Lebensmittel aus den Vierlanden kochen. Und genau um so etwas geht es, freuen sich die Initiator*innen: „Wir geben nur den Startschuss. Der Raum soll dann allen im Stadtteil zugänglich sein.“ Das Mikropol hätte die Chance, auf kleinem Raum die einzelnen Gruppen im Stadtteil zu vernetzen. Gerade in Zeiten der Aufwertung ist es wichtig genau dafür einen Ort zu haben. „Einen Ort, an dem sich der gesamte Stadtteil kennenlernen und artikuliere kann“ so eine der Mitinitiatorinnen des Projekts. Tee trinkend entwickeln sich während der Besichtigung noch viele weitere Gespräche und Ideen, was selbst der kleine 50 qm Raum alles bieten könnte.

 

Das Format des gemeinsamen Teetrinkens knüpft an eine Tradition aus den letzten Jahren an. Unter dem Titel „Monopol für alle!“ saß da die Gruppe mit den Möbeln aus dem ehemaligen „Stadtteilwohnzimmer“ der abgerissenen RothenBurg, einem mit Holzkohle betriebenem Samowar und einem mobilen Plattenspieler auf dem Marktplatz. „Gemeinsam mit den Anwohner*innen planten wir mögliche Nutzungen für das Gelände

der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein“ erläutert ein Mitglied der Gruppe. „Auch das Mikropol ist Teil dessen. Man könnte es als ersten Test-Ort verstehen“. „Vom Mikropol aus werden wir gemeinsam und praktisch das Monopol Gelände planen. Auf diesem Gebiet haben wir in den vergangenen Jahren bereits Erfahrung gesammelt. Beispielsweise bei dem Planungsprozess der Esso Häuser in

St.Pauli.“ ergänzt eine der Initiator*innen die auch Mitbegründer*in der PlanBude ist.


Der Umbau und die Umnutzung des ehemaligen Toilettenhauses ist nur durch die Förderung der Kulturbehörde möglich und durch die enge Zusammenarbeit mit dem Fachamt Management des öffentlichen Raums des Bezirksamts Hamburg Mitte.



Bereits vor der offiziellen Eröffnung ist das Mikropol nun für den Spiegel

Social Design Award nominiert. „Darüber freuen wir uns sehr“,

gibt die Gruppe bekannt, „und wir hoffen, dass in Zukunft auch

andere Bestandsgebäude gemeinwohlorientiert umgenutzt werden.“


Weitere Informationen auf http://mikropol.de